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Regeln für das Schneiden von Energiekabeln: Wie geht es sicher?

Regeln für das Schneiden von Energiekabeln: Wie geht es sicher?

Bei der Kabelverlegung müssen Kabel immer wieder auch miteinander verbunden werden. Damit das sicher und ohne Undichtigkeiten gelingt, sind die richtige Ausrüstung und ausreichende Fachkenntnis nötig. Heute sehen wir uns das fachgerechte Verbinden von Kabeln und die dafür benötigte Ausrüstung genauer an.

Verbinden von Kabeln mit Kabelmuffen

Kabel werden mit Kabelmuffen verbunden. Dafür ist jedoch auch weitere Ausrüstung nötig, etwa hydraulische Schneidwerkzeuge. Bei der Auswahl von Endverschlüssen und Muffen sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Sie müssen zu Kabeltyp, Nennspannung, Querschnitt und Aderzahl sowie zu den Umgebungsbedingungen der Kabelanlage passen. Außerdem sind genaue Berechnungen erforderlich, da die Verbindungselemente auf die Kurzschlussbedingungen und die geforderte Dauerstrombelastbarkeit ausgelegt sein müssen. Besondere Sicherheitsanforderungen gelten für Kabel mit einer Nennspannung über 1 kV – hier werden beim Verbinden der Mäntel Metalleinlagen eingesetzt. Ein scheinbar einfaches Element, das jedoch für bessere Dichtheit sorgt und die Durchgängigkeit gewährleistet.

Kabelmuffen dürfen nicht in jeder Umgebung installiert werden. Sie sollten nicht in Räumen mit erhöhter Explosionsgefahr untergebracht werden. Ausgeschlossen sind daher Orte wie geschlossene Räume, Kabeltunnel, Kabelkanäle und Kabelschächte. Lässt sich diese Vorgabe im Einzelfall nicht einhalten, darf die Verbindung dort zwar hergestellt werden, die Muffe darf aber kein Gussgehäuse haben. Eine besondere Technik wird auch beim Verbinden von Einleiterkabelbündeln angewendet: Die Muffen der einzelnen Kabel sollten gegeneinander versetzt angeordnet werden.

Verbindung der einzelnen Kabelelemente

Wie Presswerkzeuge und andere Geräte für die Verlegung von Kabelanlagen müssen auch Muffen bestimmte technische Anforderungen erfüllen. Vor allem sollten die Metallteile der Muffen dicht mit den ebenfalls metallischen Kabelmänteln verlötet sein. Aus Sicherheitsgründen muss außerdem jede verbundene Ader einzeln isoliert sein. Eine gemeinsame Isolierung ist nur in genau festgelegten Fällen zulässig: wenn die Nennspannung 1 kV nicht übersteigt und die Muffe mit einer dichtenden und isolierenden Masse gefüllt ist.

Die Kurzschlussfestigkeit ist zu berücksichtigen: Die Kurzschlussfestigkeit der metallischen Verbindungen von Kabelmänteln, Rückleitern und Bewehrungen einschließlich Erdung darf nicht geringer sein als die der verbundenen Mäntel, Bewehrungen und Rückleiter. Ebenso vorgeschrieben sind solide Verbindungen: Metallmäntel, Rückleiter und Bewehrungen müssen metallisch leitend verbunden sein – nicht nur untereinander, sondern auch mit Muffen, Endverschlüssen und der Erdung. Richtig geplante Verbindungen und ein fachgerecht eingesetztes hydraulisches Presswerkzeug helfen, den in ihnen induzierten Stromfluss auf ein Minimum zu begrenzen.

Wie wird der notwendige Schutz gegen elektrischen Schlag sichergestellt?

Für die Sicherheit ist nicht nur die richtige Kabelverbindung entscheidend, sondern auch der Schutz gegen elektrischen Schlag. Dazu gehört eine ordnungsgemäße Erdung. Zu erden sind die Gehäuse und Sockel der Endverschlüsse. Werden Kabelenden ohne Endverschluss ausgeführt oder bestehen die Endverschlüsse aus Isolierstoff, müssen die Metallmäntel, Rückleiter und Bewehrungen der Kabel mit der Erdung verbunden werden.

Jedes Projekt erfordert eine individuelle Sicherheitsbewertung, daher werden zum Schutz gegen elektrischen Schlag mitunter auch andere Lösungen eingesetzt. Es ist zulässig, ein Kabelende nicht mit der Erdung zu verbinden. Diese Variante wird vor allem gewählt, um bei einer Störung eine Potenzialverschleppung aus dem Bereich der Station zu verhindern. In manchen Fällen darf auch die elektrische Durchgängigkeit unterbrochen werden. Dann sind jedoch besondere Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag erforderlich.

Regeln für das sichere Schneiden von Kabeln

Arbeiten an Energiekabelanlagen erfordern bei jedem Schritt die Einhaltung der Sicherheitsregeln – besonders bei Arbeiten wie dem Schneiden. Es gibt keine Gewissheit, dass das zu schneidende Kabel ordnungsgemäß geerdet und in der Schaltanlage freigeschaltet wurde. Deshalb wird das Schneiden von Kabeln grundsätzlich als Arbeit unter Spannung behandelt. Erforderlich sind somit Schutzmittel wie isolierende Handschuhe und Schuhe, Schutzbrille sowie isolierende Standplätze und Matten.

Bei Kabelanlagen, die bereits in Betrieb genommen wurden, ist stets damit zu rechnen, dass Bewehrung und Mantel unter Spannung stehen. Ein freigelegtes Kabel darf niemals berührt, getragen oder verschoben werden. Vor allem Hochspannungskabel können auch nach dem Abschalten noch Spannung führen. Mit der Arbeit darf erst begonnen werden, wenn durch Messung festgestellt wurde, dass das Kabel spannungsfrei ist.

Bei jeder Arbeit an elektrischen Anlagen ist Vorsicht geboten, um einen elektrischen Schlag zu vermeiden. Bei Kabelanlagen ist das Risiko jedoch noch größer, daher müssen die Anweisungen in jeder Phase der Arbeiten und der Instandhaltung befolgt werden.

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