Kabelanlagen sind ein wichtiger Teil der Infrastruktur und werden wegen ihrer Sicherheit und geringen Störanfälligkeit immer beliebter. Bei ihrer Verlegung müssen jedoch strenge Qualitätsstandards eingehalten werden. In diesem Beitrag erläutern wir die Bedeutung der Qualitätskontrolle in diesem Zusammenhang und die wichtigsten Aspekte dieses Prozesses.
Qualitätssicherungsplan für die Bauausführung
Zu den Pflichten des ausführenden Unternehmens gehört die Erstellung eines Qualitätssicherungsplans. Er ist die Grundlage dafür, dass die Arbeiten gemäß den Planungsunterlagen, den technischen Standards und den Vorgaben des Projektleiters ausgeführt werden. Der Qualitätssicherungsplan ist ein Handlungsplan, der verschiedene Aspekte der Projektausführung berücksichtigt. Im Folgenden die wichtigsten Bestandteile, die er enthalten sollte:
- Organisation der Bauausführung: Der Plan sollte beschreiben, wie die Arbeiten organisiert werden, einschließlich Terminplanung und Ablaufplanung. Wesentlich ist auch die Darstellung der Ausführungsmethode einschließlich Personal- und Ressourcenmanagement.
- Verkehrsführung auf der Baustelle: Der Plan muss die Verkehrsführung auf dem Baugelände und die Kennzeichnung der Arbeiten berücksichtigen. Die Sicherheit der Beschäftigten und Dritter hat Vorrang.
- Arbeitsschutz: Der Plan muss Maßnahmen und Verfahren des Arbeitsschutzes enthalten, um die Sicherheit aller Beschäftigten auf der Baustelle zu gewährleisten – dazu gehören unter anderem Lösungen wie ein Kabelmontagezelt.
- Verzeichnis der Arbeitsteams: Hier sollten Angaben zu den Teams, ihren Qualifikationen und ihrer praktischen Erfahrung stehen.
- Verantwortung für Qualität und Termintreue: Der Plan sollte genau festlegen, wer für Qualität und termingerechte Ausführung der Arbeiten verantwortlich ist.
- Qualitätskontrolle: Der Plan muss das Qualitätskontrollsystem und die Verfahren beschreiben, die während der Projektausführung angewendet werden. Die Qualitätskontrolle umfasst technische wie organisatorische Aspekte.
- Mess- und Prüfmittel: Der Plan muss Angaben zur Ausstattung mit Geräten und Einrichtungen für Messungen und Prüfungen enthalten. Nutzt das ausführende Unternehmen ein Labor, ist dessen Tätigkeit zu beschreiben.
- Erfassung der Laborergebnisse: Der Plan muss festlegen, wie und in welcher Form Laborergebnisse, Messprotokolle und die daraus gezogenen Schlüsse erfasst werden.
- Berichterstattung an den Projektleiter: Der Plan sollte regeln, wie der Projektleiter über Qualität und Fortschritt der Arbeiten informiert wird.
Außerdem ist ein ausführlicher Teil des Qualitätssicherungsplans zu erstellen, der unter anderem folgende Angaben enthalten sollte:
- Maschinen- und Geräteverzeichnis: Für jede Art von Arbeiten sollte ein Verzeichnis der auf der Baustelle eingesetzten Maschinen und Geräte mit ihren technischen Daten vorliegen. So ist sichergestellt, dass die eingesetzten Werkzeuge den einschlägigen Normen entsprechen – und zwar nicht nur große Maschinen, sondern auch Werkzeuge wie Ziehstrümpfe für Leiterseile.
- Transport- und Lagermittel: Der Plan muss Art und Anzahl der Transportmittel sowie der Einrichtungen für Lagerung und Verladung der Materialien berücksichtigen.
- Messung und Prüfung der Materialien: Beschreibt Art und Verfahren der Messungen und Prüfungen bei Materiallieferungen, beim Mischen und bei der Ausführung einzelner Bauteile.
- Umgang mit nicht konformen Materialien: Der Plan muss das Vorgehen bei Materialien oder Arbeiten festlegen, die die vorgegebenen Qualitätsstandards nicht erfüllen.
Der Qualitätssicherungsplan ist ein zentrales Instrument für das Qualitäts- und Sicherheitsmanagement auf der Baustelle. Ein richtig erstellter und umgesetzter Plan hilft, Probleme und Ausfälle zu verhindern, und gewährleistet die Qualität der Arbeiten sowie die Sicherheit der Beschäftigten und der Personen in der Umgebung.
Wie läuft die Qualitätskontrolle der Arbeiten ab?
Alle Kosten für Organisation und Durchführung der Materialprüfungen trägt das ausführende Unternehmen. Es ist also dafür verantwortlich, dass alle Arbeiten die festgelegten Standards erfüllen und den Planungsunterlagen entsprechen. Beim Bau von Freileitungen ist Ausrüstung wie Seilfahrwagen erforderlich, doch auch bei der Verlegung von Kabelanlagen sind bestimmte Regeln einzuhalten.
Die Mindestanforderungen an Umfang und Häufigkeit der Prüfungen sind in Dokumenten wie den Technischen Spezifikationen, Normen und Richtlinien genau festgelegt. Fehlen konkrete Vorgaben, entscheidet der Projektleiter, welche Prüfungen nötig sind, um die vertragsgemäße Qualität der Arbeiten sicherzustellen. Alle für Materialprüfungen verwendeten Geräte und Einrichtungen müssen den geltenden Vorschriften entsprechen. Das ausführende Unternehmen ist für die Vorlage der Eich- bzw. Kalibrierscheine und die regelmäßige Kalibrierung der Geräte verantwortlich, damit deren Genauigkeit und Normkonformität gewährleistet ist.
Die Qualitätskontrolle ist ein zentrales Element jedes Bauprojekts. Sicherzustellen, dass die Arbeiten nach hohen Standards ausgeführt werden, ist nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern auch die Garantie für den Projekterfolg und die Sicherheit aller Beteiligten. Deshalb ist es wichtig, dass ausführendes Unternehmen und Projektleiter zusammenarbeiten, um die bestmögliche Qualität der Bauarbeiten zu erreichen.